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Im Kontext des Weltkulturerbes, der Zeche Zollverein mit ihrer herausragenden architektonischen Qualität und ihrem unschätzbaren historischen Wert, ist für jede bauliche Ergänzung äußerste Zurückhaltung angebracht. Gelassenheit und Beherrschung bestimmen folglich den Duktus des Entwurfes für das neue Depot des Ruhr Museum. Klare Geometrie und Reduktion der Materialwahl sind die Mittel einer Gestaltung, die sich einerseits bewusst in den Kontext stellt, gleichzeitig diesen abstrahiert und sublimiert. Der neue Baukörper fügt sich in die orthogonale Struktur und Proportionen von Zollverein XII ein, übernimmt die strenge Geometrie der vorhandenen Gebäude, überführt jedoch die Entwurfsprinzipien in eine noch klarere und minimalistischere Form. Die Gliederung der Oberfläche des monolithisch wirkenden Baukörpers spiegelt die inneren Funktionen wider. Die großflächigen Sichtbeton- und Ganzglasflächen der fünf Fassaden mit ihren puren Materialqualitäten entwickeln das puristische, rationale Erscheinungsbild Zollvereins weiter. Die Außenwände bestehen aus Stahlbeton, Wärmedämmung und einem geschliffenen Sichtbetonvorsatz, der aus einem schwarzen Basaltzuschlag und mit Eisenoxyd schwarz pigmentiertem Zement hergestellt wird. Die Belichtungsflächen sind als „twinface-Fassade“ vorgesehen, die unter anderem den hohen Lärmemissionen des Technikgebäudes Rechnung tragen. Die punktgehaltenen Gläser werden bündig zur Sichtbetonfläche montiert, die Fugen bleiben offen. Vor der dahinter liegenden Holz-Glaskonstruktion werden Sonnenschutz-Jalousien geführt. Die Südfassade gegenüber dem Technikgebäude ist gänzlich geschlossen. Lediglich der zweite Rettungsweg wird hier über mit Beton verkleidete Öffnungen seitens des Brandschutzkonzeptes vorgesehen. Der eingerückte Eingangsbereich wird abends mit Ganzglastoren, die flächenbündig in die Fassade integriert sind, verschlossen. |