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Scheidt Kasprusch  Gesellschaft von Architekten mbH

1. Preis im Realisierungswettbewerb für ein Verwaltungsgebäude des Landkreises Trier-Saarburg in Trier. · Januar 2018

Wir freuen uns sehr, dass Scheidt Kasprusch Architekten am 12.01.2018 den 1. Preis in dem Planungswettbewerb gem. RPW 2013 (AK-RLP Nr. 2/07/17) für den Verwaltungsneubau Ostallee 71 des Landkreises Trier-Saarburg erhalten haben. Insgesamt waren nach Bewerbung 15 Büros aufgefordert am Wettbewerb teilzunehmen. Frank Kasprusch ist seit 2008 an der Hochschule Trier in der Fachrichtung Architektur Professor für Konstruieren und Entwerfen. Daher freut es uns um so mehr, dass wir den ersten Wettbewerb, an dem wir in Trier teilgenommen haben, für uns entscheiden konnten.

Wieder einmal konnte ein konsequenter Entwurfs- und Materialgedanke überzeugen. Gegenüber des Welterbes Kaisertherme und dem Landesmuseum gelegen positioniert sich der Neubau als eigenständiger Repräsentant einer öffentlichen Verwaltung innerhalb einer Typologie offener Wohngebäude ohne diese zu dominieren. Gestaltung und energetisches Konzept sind so ausgelegt, dass mit einfachen Mitteln eine zeitgemäße und zukunftsweisende Architektur entstehen wird.
Wir wünschen uns sehr, dass Ende 2020 fünf Abteilungen des Landkreisamts unseren schönen Neubau beziehen können.

 

Aus dem Erläuterungsbericht:

An höchst diffiziler Stelle - gegenüber der Kaisertherme und dem Landesmuseum, zwischen offener Villenbebauung gelegen - soll der Neubau des Verwaltungsgebäudes Ostallee 71 sensibel in den Bestand eingefügt werden. Folglich besteht die Leitidee des Entwurfes darin die gewünschte Baumasse des Neubaus so zu komprimieren und zu entmaterialisieren, dass er sich in das bestehende Ensemble sensibel integriert und gleichzeitig die öffentliche Nutzung - den Landkreis Trier-Saarburg - angemessen repräsentiert. Transparenz ist dabei ein wichtiges Instrument um die „materielle Schwelle“ von Außen nach Innen als auch von Innen nach Außen aufzulösen.
Baukörper:
Dieser Leitidee folgend ist der Neubau ein sehr kompakter, verglaster Baukörper mit drei Geschossen und einem vierten, sich hinter Dachschrägen zurückstufenden Dachgeschoss. Die seitlichen Dachflächen ziehen sich mit unterschiedlicher Neigung um das Gebäude herum und reagieren spezifisch auf die Typologie der Umgebung. Der First der Dachschräge zur Ostallee steigt Richtung Norden an und vermittelt in den Höhen zwischen den unterschiedlich hohen Nachbarhäusern. Durch die allseits umlaufenden Firstverläufe zwischen Hoch- und Tiefpunkten ergibt sich in dem abgeflachten Teil des zentralen Dachbereichs ein selbstentwässerndes Kehldach.
Von der Ostallee gesehen tritt der im Grundriss rechteckige Baukörper mit seiner Schmalseite bewusst kleinmaßstäblich in Erscheinung während die Nachbarhäuser von dem gewonnen seitlichen Abstand profitieren.
Die teilbedruckte äußere Glashaut entmaterialisiert den Neubau. Spiegelungen und Durchblicke verschmelzen ihn mit der Silhouette der Umgebung. Am Tage wirkt die Twinface-Fassade baumassenreduzierend, bei Dunkelheit weckt das von Innen leuchtende Haus die Neugierde. Die Nutzer des Gebäudes werden das Gebäude als Arbeitsplatz im Gartenpark erfahren. Die äußere Akustik-Glasscheibe wird innenseitig in den Brüstungs- und Sturzbereichen mit ab- und zunehmender Dichte weiß bedruckt. So wird der opake Fassadenanteil der großzügigen Glashaut erhöht, die Wärmeeinstrahlung deutlich reduziert und die Einsehbarkeit in die Büros - vor allem im Brüstungsbereich - effektiv gemindert. Die Eleganz der bündigen großflächigen äußeren Glashaut überspielt und mildert die Rationalität und Rigidität der dahinter liegenden gerasterten Holzfensterfassade.
Der erdgeschossige Einschnitt an der nordwestlichen Gebäudeecke markiert deutlich den Eingang und öffnet sich dem Ankommenden mit empfangender Geste.

Neubau Verwaltung Ostallee 71 in Trier

Neubau Verwaltung Ostallee 71 in Trier

Neubau Verwaltung Ostallee 71 in Trier

Neubau Verwaltung Ostallee 71 in Trier